Zeitleiste von Chichen Itza
- ~600 n. Chr.: Maya-Siedler gruenden die Stadt nahe der Heiligen Cenote (Cenote Sagrado)
- ~800–900 n. Chr.: die Stadt waechst zu einer bedeutenden regionalen Macht. Erste Bauten im architektonischen Puuc-Stil.
- ~900–1000 n. Chr.: toltekischer Einfluss kommt hinzu (vermutlich durch Migration oder Eroberung). Ein neuer Stil verbindet Maya- und zentralmexikanische Elemente.
- ~1000–1100 n. Chr.: Bluetezeit. Die Kukulkan-Pyramide, das Große Ballspielfeld, der Kriegertempel und weitere ikonische Bauwerke entstehen.
- ~1200–1250 n. Chr.: die Stadt verfaellt. Die politische Macht verlagert sich nach Mayapan. Chichen Itza wird als politisches Zentrum weitgehend aufgegeben, bleibt aber ein Wallfahrtsort.
- 1527: der spanische Konquistador Francisco de Montejo errichtet hier kurzzeitig einen Stuetzpunkt.
- 1843: der amerikanische Forscher John Lloyd Stephens veroeffentlicht detaillierte Berichte und Zeichnungen und sorgt für internationale Aufmerksamkeit.
- 1904–1910: Edward Herbert Thompson baggert die Heilige Cenote aus und birgt Gold, Jade und menschliche Ueberreste.
- 1988: Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe.
- 2007: zu einem der Neuen Sieben Weltwunder gewaehlt.
Die wichtigsten Bauwerke und ihre Bedeutung
Die Kukulkan-Pyramide (El Castillo)
Die 30 Meter hohe Pyramide ist das ikonischste Bauwerk und ein Meisterwerk der Maya-Astronomie. Ihre 365 Stufen (91 pro Seite + 1 obere Plattform) stehen für den Sonnenkalender. Während der Tagundnachtgleiche steigt der beruehmte Schlangenschatten die Nordtreppe hinab. Eine Radaruntersuchung hat eine kleinere, aeltere Pyramide im Inneren der heutigen Struktur enthuellt.
Das Große Ballspielfeld
Das größte Ballspielfeld Mesoamerikas, 168 Meter lang. Die Akustik ist aussergewoehnlich: ein Fluestern an einem Ende ist am anderen, 168 Meter entfernten Ende zu hoeren. Steinringe in 6 Metern Hoehe saeumen die Waende, die Spieler mussten einen Gummiball ohne Haende und Füße hindurchspielen.
Die Heilige Cenote
Ein natuerlicher Dolinensee mit 60 Metern Durchmesser, genutzt für Opfergaben an den Regengott Chaac. Beim Ausbaggern wurden Gold, Jade, Obsidian, Keramik und menschliche Ueberreste gefunden, Belege für Opfer in Duerrezeiten.
Das Observatorium (El Caracol)
Ein runder Turm für astronomische Beobachtungen. Seine Fenster richten sich exakt nach den Positionen von Venus, Mond und den Himmelsrichtungen aus. Die Maya verfolgten Venus mit einer Genauigkeit von einem Tag in 500 Jahren, praeziser als europaeische Astronomen derselben Zeit.
Der Kriegertempel
Eine große Stufenpyramide, umgeben von Hunderten geschnitzter Säulen, die jeweils einen Krieger darstellen. Oben thront eine Chac-Mool-Figur, eine liegende Steinfigur, die Opfergaben empfangen sollte. Der Tempel zeigt starken toltekischen Einfluss und könnte ein Ratssaal gewesen sein.
Das Maya-Tolteken-Raetsel
Eine der größten Debatten der mesoamerikanischen Archaeologie betrifft die Beziehung zwischen den Maya von Chichen Itza und den Tolteken Zentralmexikos. Der Baustil von Strukturen wie dem Kriegertempel aehnelt stark Tula (der toltekischen Hauptstadt, 1.200 km entfernt). Manche Forscher glauben, toltekische Krieger haetten die Stadt erobert, andere sehen darin einen friedlichen Kulturaustausch durch Handel. Die Wahrheit ist wohl komplexer als beide Theorien.
Die Ruinen heute besuchen
Chichen Itza empfaengt jaehrlich etwa 2,5 Millionen Besucher. Das archaeologische Areal umfasst 5 Quadratkilometer, doch die meisten Besucher sehen nur den zentralen Bereich mit den großen Bauwerken. Eine geführte Tour mit einem zertifizierten Archäologen ist der beste Weg, die Geschichte hinter dem Gesehenen zu verstehen.
Erkunden Sie Chichen Itza mit einem Experten
Sehen Sie die Ruinen nicht nur, verstehen Sie sie. Buchen Sie eine geführte Tour mit einem Archäologen.
Häufig gestellte Fragen
Chichén Itzá wurde um 600 n. Chr. gegründet, und die wichtigsten Bauwerke entstanden zwischen 800 und 1100 n. Chr., was die Anlage etwa 1.400 Jahre alt macht. Die Kukulcán-Pyramide stammt aus der Zeit um 1000 n. Chr.
Die genauen Gründe sind umstritten. Belege deuten darauf hin, dass eine Kombination aus Dürre, politischen Konflikten und Veränderungen der Handelsrouten nach 1200 n. Chr. zum Niedergang der Stadt führte. Sie war nicht 'verloren'. Die Maya besuchten sie über Jahrhunderte weiter als Pilgerstätte.
Ja, Chichén Itzá wurde 2007 in einer weltweiten Abstimmung der New7Wonders-Stiftung zu einem der Neuen Sieben Weltwunder gewählt. Es ist die einzige Maya-Stätte auf der Liste.